11. November – Vermutete Zustimmung bei der Organspende aus ethischer Perspektive angemessen?

10 Uhr – «Organspende: Nicht ohne meine Zustimmung!». In der Schweiz und in Deutschland steht die Einführung der Widerspruchslösung weit oben auf der politischen Agenda. In unserem Land ist vor einigen Monaten eine Volksinitiative mit dem suggestiven Titel «Organspende fördern – Leben retten» eingereicht worden. Sie verdankt ihr Zustandekommen primär einer massiven Unterstützung des Bundes. Um was geht es dabei? Die zur Zeit geltende Zustimmungslösung soll durch die Widerspruchslösung ersetzt werden. Konkret: Wer sich zu Lebzeiten nicht ausdrücklich gegen eine Organspende ausgesprochen hat, gilt automatisch als Organspender, die gesamte Bevölkerung soll per Gesetz quasi zum Ersatzteillager deklariert werden. Der Bundesrat will diesem Anliegen mit einem sog. indirekten Gegenvorschlag zum Durchbruch verhelfen. Will heissen: Es sollen zukünftig Organe entnommen werden können, wenn die verstorbenen Person oder deren Angehörige keinen Widerspruch eingelegt haben (sog. «Erweiterte Widerspruchslösung»). Der Trick dabei: Die Initianten könnten so ihre Initiative zurückziehen, für den indirekten Gegenvorschlag würde es – im Gegensatz zur Volksinitiative – kein Ständemehr brauchen, das Volksmehr würde genügen, sofern denn ein Referendum überhaupt zustande käme.

Dieser geplante Systemwechsel wirft zahlreiche Fragen auf: Verletzt ein solches Vorgehen nicht die Würde des Spenders? Handelt es sich dabei noch um eine echte Spende oder nicht viel eher um einen staatlich legitimierten Or- ganraub? Heiligt der Zweck die Mittel? Und wird dieser Zweck auch erreicht: führt die Widerspruchslösung wie von den Befürwortern behauptet tatsächlich zu mehr Organspenden?

Radio Gloria berichtet in den folgenden Sendungen von der Tagung «Organspende: Nicht ohne meine Zustimmung!»:

Montag, 11. November – 10 Uhr/22 Uhr, Prof. Dr. med. Axel W. Bauer

Montag, 18. November – 10 Uhr/22 Uhr, lic. iur & theol. Niklaus Herzog, Vizepräsident HLI-Schweiz

Montag, 25. November – 10 Uhr/22 Uhr, Podiumsgespräch moderiert von Guiseppe Gracia mit den Referenten und Jeanne Kreis von Swisstransplant (Bild v.l.n.r.: Giuseppe Gracia (Moderator), Jeanne Kreis (M.A. in Philosophy, Wissenschaftliche Mitarbeiterin von Swisstransplant), lic. iur. & theol. Niklaus Herzog (HLI-Vizepräsident), Prof. Dr. med. Axel W. Bauer (Leiter des Fachgebiets Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, Uni Heidelberg)

Alle Sendungen sind als Podcast direkt auf der Seite des Veranstalters verfügbar. Die Aufnahmen sind von Radio Gloria.

Link zur Podcast-Seite von Human-Life Int. Schweiz

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